Wesenstest - was nun?
Es ist oft schneller passiert als man denkt und der Hund schnappt zu, es wird Anzeige erstattet und ein Wesenstest angeordnet.
Mir ist sogar ein Fall bekannt wo zwei Hunde gemeinsam abgehauen sind. Einer davon hat eine Ziege gebissen, BEIDE wurden als gefährlich eingestuft.
Der Unschuldige war leider ein Rottweiler, was für ihn zu sehr viel strengeren Auflagen und am Ende zum Tierheim geführt hat.
Leider können wir euch auch nicht sehr viel mehr Rat geben, als aufmerksam und verantwortungsbewusst zu agieren und kritische Situationen von vornherein zu vermeiden.
Wesenstests sind Ländersache und die Anforderungen und Abläufe können sich stark unterscheiden.
Ein paar allgemeingültige Punkte gibt es jedoch.
Durchgeführt werden Wesenstests in Normalfall von Tierärzten.
Der Hund muss sich verschiedenen Situationen die Stress auslösen stellen.
Meist muss der Hund die Situationen auch mehrfach durchlaufen.
Neben alltäglichen Begegnungen mit Hunden und Menschen gehören auch Situationen dazu in denen der Hund bedrängt wird.
So kann z.B. gefordert werden, dass eine Unbekannte Person sich frontal dem Hundeführer nähert und diesen auch unvermittelt anfasst.
Eine weitere bedrängende Situation ist, dass der Hund angebunden wird und Fremde mit sehr wenig Abstand vorbei gehen oder laut redend neben ihm stehen bleiben.
Auch laute Geräusche können Teil der Prüfung sein, ebenso Fahrräder und Jogger.
Teilweise werden die Tests auch auf Video aufgezeichnet sodass jede Situation mehrfach angeschaut werden kann.
Die Reaktionen des Hundes werden dann für jeden Teil nach einer Skala von 1-4 bewertet, wobei 1 stoisch bedeutet und 4 Eskalation.
Aufgrund dieser Bewertung ergibt sich eine Gesamtpunktzahl, die darüber entscheidet ob man bestanden hat oder nicht.
Die Ergebnisse werden dann in einem Gutachten zusammengefasst.
Ebenso leider werden die rassespezifischen Eigenschaften NICHT mildernd berücksichtigt.
Leider, da Herdenschutzhunde z.B. kaum eine Chance haben einen Wesenstest zu bestehen. Ein Durchfallen bedeutet im besten Fall strenge Auflagen, im schlimmsten Fall bedeutet es Halteverbot und Tierheim ohne Aussicht auf Vermittlung.
Der beste Weg ist und bleibt also kritische Situationen zu vermeiden.
Den Hund frühzeitig an einen Maulkorb gewöhnen und diesen auch nutzen.
Frühzeitig die Hilfe eines kompetenten Trainer in Anspruch nehmen und auch gezielt Situationen die bei Wesenstests relevant sind trainieren.
Sollte es zu spät sein und der Wesenstest angeordnet, sucht Hilfe in eurem örtlichen Tierheim.
Die kennen sowohl kompetente Trainer die euch und euren Hund auf den Test vorbereiten, als auch eure regionalen Anforderungen an den Hund.
Und vor allem ist es in ihrem ureigenen Interesse, dass ihr besteht da die deutschen Tierheime ausnahmslos das Limit ihrer Kapazitäten erreicht haben.